Es ist viel passiert • A lot happened

Bettina Welker 7. März 2012 0

Ich weiß, ich weiß – es ist eine ganze Weile her, seit ich zum letzten mal geschrieben habe. Aber irgendwie war ich noch nie gut im Tagebuch-Schreiben, weder analog, noch digital. Meist beschränkt sich mein Mitteilungsbedürfnis hier auf die Ankündigung neuer Kurse oder Events. Aber das ist doch auch schon was, oder? Wie auch immer – es ist in den letzten sechs acht Monaten wirklich viel passiert, ich war viel unterwegs und es hat sich dabei so Einiges angesammelt, worüber es sich tatsächlich gelohnt hätte, zu berichten. Das hole ich nun hiermit nach:)

Also, wo fange ich an? Ich denke, der IPCA-Retreat in Chicago ist ein guter Startpunkt. Ich war eingeladen, als “Guest-Artist” am Retreat teilzunehmen – was für eine Ehre! Ich habe mich sehr über das Angebot gefreut und es natürlich voller Freude angenommen. Zum ersten mal fiel eine meiner Clay-Reisen in die Schulferien meines Sohnes und so musste ich dises mal nicht alleine reisen. Meine Familie konnte so erstens ein bisschen was von der Chicago-Area erkunden (sie sind beide passionierte Geo-Cacher) und auch erleben, wie das so ist, wenn ich mit all diesen clay-verrückten Menschen zugange bin. Vor dem Start des eigentlichen Retreats hatte mein neuer Scharnier-Armreif-Kurs seine Premiere. 20 ambitionierte und gut gelaunte Clay-Girls haben mir dieses Debut sehr leicht gemacht. Leider habe ich bei diesem Kurs nur ganz wenige, eher schlechte Fotos gemacht. Danach gings dann nahtlos über in den Retreat – zwei Tage lang clayen, Leute kennenlernen, essen, lachen bis in den späten Abend. Es war wirklich ein tolles Erlebnis, bei dem ich gute Freunde wiedersehen und neue Freunde dazugewinnen konnte.

Nach einer sonntäglichen Stippvisite in Downtown Chicago gings weiter nach Colorado, wo ich mit meiner Familie eine tolle Woche mit Donna und Vernon verbringen durfte. Leute – wenn ihr es irgendwie schafft, schaut euch Colorado an. Es ist ein Land voller atemberaubender Landschaften, wie wir sie hier in Europa einfach nicht haben. Eine Woche war natürlich viel zu kurz, um wirklich viel sehen zu können, aber Donna und Vernon haben alles getan um den Kurzurlaub zum Erlebnis werden zu lassen. Phantastisch – danke dafür! 

 

 

 

 

 

Im Oktober folgte dann der 1. Euro Clay Carnival in Deutschland. Wie einige wissen, bin ich Mitbegründerin der deutschen Polymer-Clay-Gruppe “Polyclaykunst.de” und wir haben im letzten Jahr diese Veranstaltung (ECC) zum ersten mal nach Deutschland geholt. Über drei Tage hinweg wurde geclayt, sozialisiert und unterrichtet was das Zeug hielt.
Zu unserer Freude haben sich nicht nur Deutsche, Österreicher und Schweizer zusammengefunden – nein wir hatten darüber hinaus wirklich Teilnehmer aus aller Welt (USA, England, Slovenien, Russland, Rumänien, Niederlande, Luxemburg, Irland, Belgien und Tschechien), was das Event zu einem multinationalen Clay-Ereignis nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Lehrer und Organisatoren machte. Mehr Fotos vom Event.

Danach hieß es für mich: Koffer auspacken, waschen und neu packen. Denn kurz nach unserem Event fand die Mutter der Carnivals, der Clay Carnival in Las Vegas statt, wo ich zum ersten Mal als Lehrer mit dabei sein durfte. Das war für mich ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis. Ich war nie zuvor in Las Vegas, hatte aber schon eine recht genaue Vorstellung von der Stadt: bunt, glitzernd, überschwänglich, laut. Ich wurde nicht enttäuscht. Nach einem langen Flug, mit kurzem Layover in San Francisco, kam ich abends völlig übermüdet und bepackt wie ein Muli in Vegas an.

Für mich hat diese Stadt eine Wirkung, ähnlich, wie wenn bei uns Fasching, Stadtfest und Kirmes auf einmal stattfinden. Leider sind das alles Dinge, die ich nicht wirklich mag, aber was tut man nicht alles für den Clay:) Scherz bei Seite – natürlich war es sehr eindrucksvoll.Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich möchte das Erlebnis auf keinen Fall missen. Ich hab es sogar geschafft eine Show zu besuchen – nein, keine gewöhnliche, typische Vegas-Show. Zufällig war an diesem Wochenende Carlos Santana für zwei Shows in der Stadt und diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Glücklicherweise gab es noch ein paar andere, die diese Show einer anderen vorzogen und so verbrachte ich am Samstag-Abend zusammen mit Judy, Sylvie, Gerard, Kim, Natalia und Dani zwei tolle Stunden im Hard Rock Hotel.
Alle Fotos.

Nach dem Carnival durfte ich über Weihnachten und Silvester etwas ausspannen und mal wieder etwas mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Im Januar gings dann weiter mit der Creative-World-Messe in Frankfurt. Ich war eingeladen, für den Europäischen Distributor von Van Aken – Deco Man aus Spanien – am Kato-Polyclay-Stand den Messebesuchern Kato Clay näher zu bringen.

Und das Beste daran: Donna Kato kam für diese Messe eigens aus den USA angereist, um sich mit mir die Arbeit zu teilen. Das war für mich ein großes Glück. Erstens, da es immer toll ist, Zeit mit Donna zu verbringen und zweitens, weil es mein erster Job dieser Art war.
Ich war etwas unsicher, wie das alles ablaufen würde – denn Produktpräsentation ist was absolut anderes als Unterrichten. Donna ist eine Meisterin des “Demoings” und ihr dabei über die Schulter zu schauen war einfach grandios und hat mir sehr viel geholfen. Ein absolut lehrreiches Wochenende!

 

Eigentlich hätte ich nach der Messe ein paar Wochen Freizeit gehabt, aber wie es der Zufall so will ergab sich da eine sehr verführerische Gelegenheit, einen Workshop mit Judy Belcher in Linz zu besuchen. Eva Ehmeier aus Österreich hat diesen Kurs recht spontan und relativ kurzfristig organisiert, da Judy grade in der Nähe war und auch das Wochenende gerne mit ein paar Schülern und einem netten kleinen Kurs verbringen wollte. Also hieß es nochmal: auspacken – waschen – einpacken und auf nach Linz. Freitags vor dem Kurs haben wir (Judy, Maria, Eva, Wolfi und ich) erst noch, bei extrem frostigen -16°C, einen netten kleinen Sightseeing-Tag in Wien eingelegt (was für eine wunderschöne Stadt – da muss ich unbedingt noch mal hin, wenn ich mehr Zeit habe und vor allem, wenn es wärmer ist) und am Samstag und Sonntag wurde mal wieder geclayt was das Zeug hält.Eva hat für den Workshop ihren atemberaubend schön renovierten “Saustall” (ja, es war früher wirklich einer!) zur Verfügung gestellt, wo wir in einmaliger Atmosphäre zwei Tage lang sehr viel Spaß mit Judy und natürlich auch miteinander hatten. Fotos.

Nach Linz war dann erst einmal für eine Woche Skifahren mit Familie und Freunden in Bayern angesagt – eine wirklich willkommene Entspannung nach all dem Clay-Stress:)
Kaum runter von den Skiern gings aber gleich weiter: Ein langes Workshop-Wochenende in Tschechien. Kreativni Svet – ein Staedtler-Partner in Brno – hat für mich dort zwei 2-Tages-Kurse organisiert. Das war schon sehr anstrengend, aber Lucie, Katka, Kamil und Richard – und natürlich auch die 35 ambitionierten und extrem netten Schülerinnen haben mir das Wochenende wirklich leicht gemacht. Ich hab mich rundum wohl gefühlt und wie es scheint waren am Ende alle sehr zufrieden mit dem Wochenende. Ich hoffe, es war nicht mein letzter Aufenthalt in Tschechien. Es ist ein wunderschönes Fleckchen Erde. Leider liegt es in der Natur der Sache, dass man von den Veranstaltungsorten meist nur das Hotel und den Kursraum zu sehen bekommt.

Deshalb war ich sehr dankbar, dass mir die Mädels bei unserer Ladie’s Night noch ein paar Eckchen von Brno zeigen konnten und dass Richard  - mein super netter und lustiger Fahrer – mir vor der Rückreise nach Deutschland in einer kleinen Hau-Ruck-Aktion noch ein bisschen was von Prag näher gebracht hat. Fotos.

Am nächsten Wochenende werde ich noch einen letzten Armreif-Kurs in meiner Heimat-Region unterrichten und dann ist erst mal Durchatmen angesagt. Der nächste Kurs ist erst im September in England bei den Polydays 2012. Ich werde die Zeit nutzen und (nachdem ich die Wohnung mal wieder auf Vordermann gebracht habe – in einem halben Jahr sammelt sich soooo viel an) wieder mehr Zeit in meinem Atelier verbringen. Ich hab mir ein neues Buch vorgenommen, bei dem erst die Idee und das Grundkonzept steht. Ausserdem wird Donna froh sein, wenn ich mal wieder einen neuen Kurs für CraftArtEdu entwickle. Ihr seht – es ist immer was zu tun, das Leben bleibt aufregend.

Happy claying!

 

PS: Sorry to my international friends – this time you’ll have to translate the article with google translate :)

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